24.04.2003: Presseschelte vom Osloer Hof

Betont aggressive Berichte deutscher Medien über Kronprinzessin Mette-Marit sorgen für kräftige Verstimmung am Osloer Hof. "Das ist alles andere als schön. Die Prinzessin erkennt sich in dem Bild, das deutsche Medien zeichnen, überhaupt nicht wieder", sagte Hofsprecherin Wenche Rasch. Nachdem die Kronprinzessin in diesem Monat sogar in seriöseren Blättern in Deutschland wieder als angeblich kaufsüchtig, übergewichtig, scheidungswillig und generell todunglücklich dargestellt worden war, entschied sich der Hof zu diesem Schritt.

"Es wird ein falsches Bild gezeichnet, wenn man behauptet, dass sie schwanger ist oder sogar Zwillinge erwartet, dass sie eine Fehlgeburt hatte, untreu ist, mit dem Kronprinzen vor der Scheidung steht", erklärte die Hofsprecherin. All das sei einfach falsch. "In Wirklichkeit ist das Kronprinzenpaar in London mit Studien und Familienleben ausgefüllt". Gegen die Presseattacken in Deutschland und auch in Spanien will der Hof in Oslo möglicherweise gerichtlich vorgehen: "Der Hof wird fortlaufend die Einleitung juristischer Schritte gegen unwahre Behauptungen prüfen."

Schlägt man die Zeitungen in Norwegen auf ist in der Tat nicht einmal in "ganz harten" Klatschblättern von den Gerüchten, die in Deutschland gestreut werden, etwas zu finden.  Stattdessen kommentierte das Osloer Boulevardblatt "Dagbladet" Anfang des Jahres die bösesten Behauptungen aus deutschen Federn mit "Gejagtes Wild in Deutschland: Rohe Gerüchteküche um Mette-Marit.

Zuletzt hatte das Nachrichtenmagazin "Stern" ein niederschmetterndes Bild der Kronprinzessin gezeichnet. Ergänzt wurde der Artikel mit einem ganzseitigen, unvorteilhaften Paparazzi-Foto, das Mette-Marit unglücklich aussehen ließ, beim Einkauf in London mit Sohn Marius.

Nach der Hochzeit im August 2001 war Kronprinzessen Mette-Marit in deutschen Klatschblättern noch als neue Prinzessin Diana auserkoren worden. Als die Prinzessin  wegen Verbrennungen im Gesicht durch TV-Scheinwerfer im folgenden Jahr eine Visite in mehreren deutschen Städten absagen musste, war die Enttäuschung groß. Der plötzliche Stimmungswechsel in den Medien könne einfach mit dem sehr großen Markt für Klatschblätter zusammen hängen, meinte Hofsprecherin Rasch. "Die falschen Behauptungen in der deutschen und spanischen Presse über das Kornprinzenpaar sind ein ständig zunehmendes Problem."


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