21.08.2003: Presse ging zu weit

Kronprinz Haakon: "Die Grenzen wurden überschritten"

Kronprinz Haakon kritisierte die Zeitung VG. Mit dem Artikel über die Kronprinzessin und ihr Verhältnis zu ihrem Vater als Aufmacher der Zeitung am Mittwoch ging die Zeitung zu weit. "Es ist für uns wichtig auszudrücken, dass VG Grenzen überschritten hat", sagte der Kronprinz.

Die Zeitung forderte auf der Titelseite die Kronprinzessin auf, sich mit Ihrem Vater zu versöhnen. Dies sei schließlich ihre Pflicht in der Position als Kronprinzessin. Im Artikel selbst wurde Privates von Kronprinzessin Mette-Marit und ihrem Vater veröffentlicht.

Mittlerweile entschuldigte sich die Zeitung und dessen Chefredakteur öffentlich bei der Kronprinzessin. "Dieser Artikel hätte nicht gedruckt werden dürfen. Einige Erklärungen über die private Beziehung der Kronprinzessin zu ihrem Vater sind inakzeptabel."

"Die Presse sollte vorsichtiger damit umgehen, dritte mit hineinzuziehen und sollte die Familie nicht für Schlagzeilen missbrauchen. Wir hoffen, die Medien werden rücksichtsvoller in der Berichterstattung privater Angelegenheiten sein", fügte der Kronprinz hinzu.

Gefragt, ob die Schwangerschaft der Kronprinzessin durch diese Geschichte beeinträchtigt wurde, verneinte dies Haakon lachend. Allerdings seien seine Vorbereitungen für die bevorstehenden Examen gestört.

Der Leiter des Norwegischen Presse Verbandes nannte den Artikel VG´s geschmacklos. Natürlich sei die Privatsphäre der Königlichen Familie kleiner, allein durch ihren Status, aber trotzdem habe sie ein Recht auf Privatheit.

Das Kronprinzenpaar hat die Entschuldigung von VG angenommen. Man hoffe, dass dieser Anlass ein generelles Nachdenken über die Art und Weise der Berichterstattung nach sich zieht.


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